Richtigstellung zum LVZ-Online Artikel vom 08.06.16:

1.„Erst so könnten sie das Projekt aus dem Ehrenamt führen und neue Dolmetscher einstellen“

Wir wollen nicht aus uns heraus hauptamtliche Stellen zur Beratung geflüchteter Menschen schaffen. Dies ist vielmehr Aufgabe des Staates. Unsere Forderung richtet sich also auf die Schaffung staatlich finanzierter und unabhängiger Stellen.
Wir selbst sind auch überhaupt nicht in der Lage, Dolmetscher*innen einzustellen. In der Diskussion ist lediglich, deren Arbeit mit einer Aufwandsentschädigung anzuerkennen.
Die genau Verwendung des Geldes und Anwerbung möglicher Förder*innen sind jedoch noch nicht beschlossen.

2. „Muss eine Klageschrift aufgesetzt werden und ein Anwalt eingeschaltet werden, wird der Fall an die sechs für den Verein ehrenamtlichen Volljuristen weitergegeben.“

Es wird im Artikel suggeriert, dass sechs Anwält*innen für uns tätig wären. Das ist nicht der Fall. Es arbeiten keine Anwält*innen, weder hauptberuflich noch ehrenamtlich, in unserem Verein. Wir stehen lediglich in engem Kontakt zu einigen wenigen, die in Leipzig auf das Asyl- und Aufenthaltsrecht spezialisiert sind.

3. „Hier werden Dolmetscher, die meist selber Flüchtlinge sind, juristisch ausgebildet, um in den Beratungen selbst Hilfestellung zu geben.“

Das ist unzutreffend. Sprachmittler*innen beraten nicht selbst. In der Sprachmittlungsausbildung wird die besondere Rolle von Dolmetscher*innen in der Asylrechtsberatung, spezielles Vokabular und Grundwissen zum Ablauf des Asylverfahrens vermittelt. Teilnehmer*innen sprechen Deutsch als Mutter- oder Zweitsprache.

4. "Damit wollen sie den Geflüchteten ein faires Asylverfahren ermöglichen und die Integration in Gesellschaft und Arbeitsmarkt erleichtern." "Wir [...] bieten die Chance auf ein faires Asylverfahren."

Die Refugee Law Clinic Leipzig berät lediglich im Bereich des Asylverfahrens. Ein derart umfassendes Beratungsangebot, welches noch den Arbeitsmarktzugang u. a. beinhalten würde, wäre durch eine kleine ehrenamtliche Initiative wie die RLCL gar nicht denkbar. Über Fragen der Integrationund des Zugangs zum Arbeitsmarkt verweisen wir deshalb an andere Initiativen oder hauptamtliche Stellen. Völlig hanebüchen ist die Behauptung, wir würden denken, Geflüchteten durch unsere Beratung ein faires Asylverfahren ermöglichen zu können: Ein solches ist innerhalb des derzeitigen europäischen Asylsystems überhaupt nicht möglich. Darüber hinaus können wir und andere beratende Initiativen dem eigentlichen Beratungsbedarf bei Weitem nicht gerecht werden.

Die Richtigstellung als PDF mit einer weiterführenden Stellungnahme zu unserer Arbeit findet ihr HIER

 

 
 
 
 
 

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